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 Windmühlen in Ostdeutschland 
 

Wulferstedt 2 (Bördekreis), Sachsen-Anhalt, 25.02.1995

Fotodokumentation von

Reinhard Krause

Romantiker, auf der Suche nach einer vergangenen, vielleicht besseren Welt, werden enttäuscht sein. Es gibt sie zwar, die liebevoll rekonstruierte Windmühle, einsam die Landschaft bestimmend, ihre Flügel im Wind drehend. Aber sie ist die Ausnahme.

Bock- und Paltrockwindmühlen

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Die Realität sieht anders aus. Windmühlen, Maschinen mit denen der Wandel von der Agrar- zur Industriegesellschaft begann, waren immer auch Wirtschaftsunternehmen, die auf gesellschaftliche und technische Veränderungen reagieren mußten. Veränderten technische Erneuerungen über Jahrhunderte eher das Innenleben der Mühlen, so begann mit fortschreitender Industrialisierung der Wandel des äußeren Erscheinungsbildes. Dampf-, Diesel- und Elektromotoren ersetzten den Wind als Energiequelle. Flügel und Hauben verschwanden, Bockwindmühlen wurden festgesetzt, Anbauten für Motoren kamen hinzu. Die neue Konkurrenz industrieller Großmühlen führte zu massenhaftem Windmühlensterben. Nur wenige Windmühlen überlebten ökonomische Nischen nutzend. Viele wurden zum Wohn- oder Wochenendhaus umgebaut, genutzt als Werkstatt, Gaststätte oder Jugendherberge. Engagierte Mühlenfreunde konnten Windmühlen als museale Schauanlagen erhalten. Ohne wirtschaftliche Nutzung waren die sehr wartungsbedüftigen Mühlen aber dem schnellen Verfall preisgegeben. Die meisten sind heute nur noch Ruinen, manche nur noch von Experten als ehemalige Windmühlen zu erkennen.

Erd-, Galerie-, Sockelgeschoß- und Turmholländerwindmühlen

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Trotzdem ist der Osten Deutschlands eine einzigartig vielfältige Windmühlenlandschaft . Mehr als 700 Windmühlen dokumentieren in den unterschiedlichsten Erhaltungszuständen die Veränderungen in der Geschichte der Windmüllerei. Vieles ist durch Untätigkeit verloren gegangen. Mühlen sind verfallen, eingestürzt. Ruinen, die nicht dem romantischen Klischee entsprechen, werden nicht als wertvolle technische Denkmale erkannt und beseitigt. Realistisch betrachtet wird man die meisten Standorte nicht erhalten können. Neue Nutzungskonzepte zu finden ist schwierig. Umbauten zum Wohnhaus oder zur Gaststätte, - besonders bei Turmholländern - sind nicht immer gelungen. Rekonstruktionen die Neubauten gleichkommen sind denkmalschützerisch fragwürdig.

704 Windmühlen bzw. Windmühlenreste wurden von mir und meiner Frau Anne-Katrin auf zahllosen Exkursionen gefunden und fotografiert. Diese Dokumentation soll einen Überblick über die vorhandenen Bestände auf dem Gebiet der ehemaligen DDR geben. Obwohl wir sehr systematisch anhand von historischen Karten vorgegangen sind, wird die ein oder andere Mühle von uns übersehen worden sein. Viele Mühlen sind heute schon nicht mehr vorhanden.

Landschaft mit Windmühle

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